Alkohol und Drogen gehören zu den Hauptunfallursachen im Straßenverkehr. Entsprechend hat der Gesetzgeber Grenzwerte für den Alkoholkonsum hinter dem Steuer festgelegt. Je nach Promille-Wert wird zwischen Straftat und Ordnungswidrigkeit unterschieden.


Seit dem 1.4.2001 gilt in Deutschland die 0,5 Promille-Grenze. Wer mit wer mit mindestens 0,5 Promille Alkohol im Blut oder mit 0,25 mg Alkohol pro Liter Atemluft am Steuer erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld und einem Fahrverbot rechnen. Das Bußgeld reicht hier bis zu 1.500 Euro, das Fahrverbot von einem bis zu drei Monaten. Zusätzlich werden in Flensburg vier Punkte für den Sünder notiert. Wer gar Anzeichen von Fahrunsicherheit erkennen lässt oder einen Unfall verursacht, muss mit 7 Punkten, Bußgeld- oder Freiheitsstrafe und einem Führerscheinentzug rechnen.


Alkohol am Steuer gilt als Unfallursache Nummer eins.

0,0 Promille-Grenze für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren

Aber schon bei Werten über 0,3 Promille kann bei auffälligem Fahrverhalten oder einem Unfall von einer relativen Fahruntüchtigkeit ausgegangen werden. Hier drohen dann ebenfalls der Führerscheinentzug, eine Geldstrafe, eine Freiheitsstrafe und 7 Punkte in Flensburg.

Wer mit über 1,1 Promille erwischt wird, gilt als absolut Fahruntüchtig, auch wenn sich keine Auffälligkeiten aus seinem Fahrverhalten ergeben. Hier drohen dann der Führerscheinentzug, eine Geldstrafe, eine Freiheitsstrafe und 7 Punkte in Flensburg.

Für Fahranfänger in der Probezeit und für Fahrer unter 21 Jahren gilt gar eine 0,0 Promille-Grenze.

Promille-Wert nur schwer abschätzbar

Wie hoch der Promille-Wert nach einem Glas Wein oder Bier zum Essen tatsächlich ist, lässt sich nur schwer abschätzen. Die Berechnungsmethoden sind zwar standardisiert, gravierende Abweichungen vom theoretischen Wert liefern aber die faktoren Körperbau, Wassergehalt des Gewebes, Aufnahme des Alkohols im Magen-Darm-Trakt und die Alkohol-Abbaugeschwindigkeit in der Leber. Die sicherste Entscheidung ist, lieber gar nichts zu trinken, bevor man sich ins Auto setzt.

Promille-Wert ohne Auffälligkeit mit Auffälligkeit/Unfall
bis 0,5‰ 7 Punkte
Bußgeld- oder Freiheitsstrafe
Führerscheinentzug
0,5 bis 1,1‰ 4 Punkte 7 Punkte
Bußgeld bis 1.500 Euro Führerscheinentzug
Führerscheinentzug bis 3 Monate Bußgeld- oder Freiheitsstrafe
über 1,1‰ 7 Punkte 7 Punkte
Bußgeld- oder Freiheitsstrafe Bußgeld- oder Freiheitsstrafe
Führerscheinentzug Führerscheinentzug

Ein kleines Bier zum Essen und noch einen Schnapps zur Verdauung und schon stellt sich die Frage der Fahrtauglichkeit. Wer guten Gewissens ans Steuer will, sollte ganz auf Alkohol verzichten. Ansonsten hilft Wissen über den Alkoholabbau.

Alkohol wird im menschlichen Körper ausschließlich von Enzymen in der Leber abgebaut und die lassen sich nicht hetzen, sondern arbeiten immer mit der gleichen Geschwindigkeit. Volksweisheiten wie den Alkohol “auszuschwitzen” oder mit anderen Mitteln auszutricksen sind nicht von Erfolg gekrönt – der Körper lässt sich hier nicht überlisten.

Der Körper lässt sich nicht überlisten

Egal wieviel Alkohol man konsumiert hat, die Alkohol-Abbaurate der Leber liegt in etwa bei 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht in der Stunde. Ein 80 Kilogramm schwerer Mann kann in der Stunde etwa acht Gramm Alkohol abbauen. Rechnet man einem viertel Liter Rotwein etwa 22,5 Gramm Alkoholgehalt zu, so stauen sich bei einem Viertele in der Stunde rund 14,5 Gramm Alkohol im Körper auf.

Wer also mehr Alkohol trinkt, als der Körper abbaut, wird mit einem steigenden Promille-Wert bestraft. Schon mit einem Viertele kann je nach Konstitution ein Promille-Wert von 0,8 erreicht werden.


Wer sich alkoholisiert hinters Steuer setzt, muss mit zum Teil harten Strafen rechnen. In Deutschland wird im Straßenverkehrsrecht zwischen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten unterschieden. Das gilt auch für Alkoholauffälligkeiten.

Bis zu 3.000 Euro Bußgeld

Wer unter 1,1 Promille bleibt und unauffällig mit Alkohol unterwegs ist begeht eine Ordnungswidrigkeit. Straffrei bleibt er dabei allerdings nicht. Bereits ab 0,5 Promille im Blut oder mit 0,25 mg Alkohol pro Liter in der Atemluft wird ein Bußgeld und auch ein Fahrverbot verhängt. Der Bußgeldrahmen beträgt zwischen 500 und 3.000 Euro, das Fahrverbot kann zwischen einem und drei Monaten betragen. Das Fahren unter Drogeneinfluss wird ebenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet, ohne dass es hierfür bestimmte, definierte Grenzen gibt (jeder Drogennachweis im Blut bei einer Verkehrsteilnahme ist zuviel). Ausnahme: Cannabis, hier muss der THC-Gehalt bei mindestens 1,0 ng/ml im Blut liegen.

Für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren gelten strengere Regeln. Hier sind 0,0 Promille angesagt, ansonsten droht ein Bußgeld von 250 Euro. Zudem werden, wie in allen anderen Alkoholfällen, Punkte in Flensburg eingetragen.

Strafen für Alkohol im Straßenverkehr

Wer alkoholisiert einen Unfall verursacht, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Fahruntüchtigkeit gilt als Straftat

Eine alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit wird vom Gesetzgeber nach dem Strafgesetzbuchs geregelt. Die Tatsache der Fahruntüchtigkeit muss hierbei durch einen Richter im Strafverfahren festgestellt werden. Unterschieden wird zwischen der absoluten Fahruntüchtigkeit, die bei Promille-Werten von 1,1 Promille und darüber als erreicht gilt und der relativen Fahruntüchtigkeit. Diese gilt bei Werten von 0,3 Promille und darüber, wenn alkoholbedingte Auffälligkeiten (z. B. Fahrfehler) festgestellt wurden oder ein Unfall passiert ist.

Werden bei der Alkoholfahrt andere Menschen oder fremde Sachen gefährdet, dann drohen eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren. Bei Trunkenheit im Verkehr ohne Gefährdung stehen immer noch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr im Raum. In beiden Fällen wird der Richter jedoch  in der Regel die Fahrerlaubnis entziehen und gleichzeitig eine Sperre für die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis festsetzen.

Für die Wiedererteilung des Führerscheins ist nicht das Gericht, sondern die Führerscheinbehörde zuständig. Sie prüft in eigener Verantwortung im Rahmen einer MPU, ob nach Ablauf der Sperrfrist noch Eignungszweifel bestehen.

Promille-Wert ohne Auffälligkeit mit Auffälligkeit/Unfall
bis 0,5‰ 7 Punkte
Bußgeld- oder Freiheitsstrafe
Führerscheinentzug
0,5 bis 1,1‰ 4 Punkte 7 Punkte
Bußgeld bis 1.500 Euro Führerscheinentzug
Führerscheinentzug bis 3 Monate Bußgeld- oder Freiheitsstrafe
über 1,1‰ 7 Punkte 7 Punkte
Bußgeld- oder Freiheitsstrafe Bußgeld- oder Freiheitsstrafe
Führerscheinentzug Führerscheinentzug